FAQ

SFS verstehen

Welche Auswirkung hat die zunehmende Elektrifizierung des Autos auf SFS?

SFS ist mit ihren Produkten in verschiedenen Anwendungen im Auto vertreten. Dazu gehören Sitzgurte, Airbags oder Bremssysteme. Die Innovations- und Wachstums­treiber sind dabei die Trends zu mehr Komfort, Sicherheit, Effizienz und übergeordnet zum autonomen Fahren. SFS profitiert dabei von der einhergehenden Elektrifizierung der Fahrzeuge, da wir hier weitere Wachstumsfelder, wie z.B. Aktuatoren für elekt­rische Bremssysteme, für uns erschliessen können. Der aktuelle Umsatz mit Produkten für Verbrennungsmotoren liegt im tiefen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes der SFS Group. Eine langfristige Verdrängung des Verbrennungsmotors hat keine signifi­kanten Auswirkungen auf unser Geschäft.

Werden mechanische Befestigungssysteme zukünftig durch Klebstoffe ersetzt?

SFS fokussiert sich auf ausgewählte Anwendungen, bei denen wir mit unseren mecha­nischen Befestigungslösungen den Kunden Mehrwert bieten können. Dieser Zusatz­nutzen kann z.B. in Form eines effizienteren Befestigungsprozesses, einer höheren Zuverlässigkeit oder einer verbesserten Ergonomie realisiert werden. In diesen Anwen­dungen ist eine Klebeverbindung typischerweise keine sinnvolle Alternative bzw. kreiert diese nicht den aufgezeigten Mehrwert.

Sind die digitalen Logistiksysteme für C-Teile ausschliesslich für SFS Produkte einsetzbar?

Durch den Einsatz der digitalen Logistiksysteme für C-Teile können unsere Kunden nicht-wertschöpfende Tätigkeiten automatisieren, die Verfügbarkeit der Produkte verbessern und gleichzeitig die Lagerbestände senken. Damit unsere Kunden von diesen Vorteilen auch auf Sortimente profitieren können, die sie von Drittanbietern beziehen, haben wir unsere Plattform geöffnet. Die einfache Skalierbarkeit – auch international – ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil und erlaubt es, für unsere Kunden weitere Optimierungspotenziale zu erschliessen.

Welche Bedeutung haben additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) für SFS?

SFS verfolgt die Entwicklung der additiven Fertigungsverfahren und setzt diese z.B. im Bereich von Prototypen bereits erfolgreich ein. Unser Fokus liegt aber auf Märkten und Anwendungen, die in sehr hohen Stückzahlen produziert werden: SFS fertigt jährlich über 30 Milliarden Präzisionskomponenten weltweit. In diesen Volumina bietet z.B. die Kaltmassivumformung – eine unserer Kerntechnologien – aufgrund der sehr hohen Produktivität grosse Vorteile. Additive Fertigungsverfahren sind heute bei diesen Mengenleistungen keine Alternative. Mit steigendem Reifegrad könnten sie das Technologieportfolio von SFS zukünftig aber wertvoll ergänzen.

Welche Synergien bestehen zwischen den Segmenten?

Die Aufteilung in drei Segmente, welche für die drei unterschiedlichen Geschäfts­modelle stehen, ist für SFS vorteilhaft. Während sich die Segmente Engineered Components und Fastening Systems in den Bereichen Fertigungs­technologien und -fähigkeiten gegenseitig fördern und ergänzen, profitieren die Segmente Fastening Systems und Distribution & Logistics von gemeinsamen Kompetenzen im Bereich Verkauf und Vertrieb, Dienstleistungen sowie Logistiklösungen. Unser Leistungs­versprechen – Inventing success together – zieht sich durch alle Segmente unserer Geschäftstätigkeiten und bedingt den ununterbrochenen Willen nach stetiger Verbesserung, um für unsere Kunden Mehrwert zu schaffen. Mit dem Ziel, in enger Partnerschaft, den Erfolg gemeinsam zu erfinden.

Was bedeuten die protektionistischen Tendenzen für SFS?

Die weltpolitische Lage ist im vergangenen Jahr unübersichtlicher geworden. Nationalistische Tendenzen haben sich vielerorts verstärkt. Der verschärfte Ton in den Handelsbeziehungen wird zunehmend zum Risikofaktor. Die möglichen Konsequenzen sind für die Weltwirtschaft derzeit kaum abschätzbar.

Trotz dieser Herausforderungen blickt SFS vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Als Value Engineering Spezialist, der in ausgewählten Nischenanwendungen mit oft erfolgskritischen Präzisionsprodukten für unsere Kunden Mehrwert schafft, sind wir schon immer nah bei unseren Kunden gewesen. Dies ist unser Treiber für Innovation und Internationalisierung und führte zum Aufbau einer globalen Präsenz. Mit standardi­sierten Produktionsanlagen schaffen wir ein hohes Mass an Flexibiltät – die in einem Worst Case rasch zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden können.

Beispielsweise werden Szenarien einer Verlagerung der Supply Chain der Elektronik­industrie ausserhalb Chinas intensiv verfolgt und mit den Kunden diskutiert. Über unsere etablierten Standorte in Malaysia und Indien verfügt SFS bereits über potenziell alternative Produktionsplattformen. Durch die breite Verankerung in verschiedenen Nischenanwendungen haben wir gute Voraussetzungen, um negative Entwicklungen in einzelnen Märkten abzufedern.

Wie attraktiv ist die Kaltmassivumformung aus ökologischer Sicht?

Die Kaltmassivumformung ist nicht nur ein sehr produktives Verfahren für die Her­stellung von grossen Serien, sondern dank der sehr hohen Effizienz beim Material­verbrauch auch ein umweltschonendes. Anders als bei den alternativen zerspanenden Herstellverfahren (z.B. Fräsen oder Drehen) wird bei der Kaltmassivumformung nicht Material entfernt, sondern das Rohteil in zwei bis sechs Umformstufen praktisch ohne Materialverlust in die Endform gebracht. Die Materialeinsparung im Vergleich zu zer­spanenden Verfahren ist abhängig von der Form des Bauteils, typischerweise aber sehr hoch.

Über das gesamte Spektrum von Fertigungsteilen bei SFS schätzen wir die Material­einsparung auf rund 67%. Basierend auf unserem jährlichen Rohmaterialverbrauch, den anfallenden Emissionen bei der Herstellung von Stahl und der nicht erforderlichen Zer­spanungsleistung, verhindert der Einsatz der Kaltmassivumformung rund 300 000 Tonnen an CO2 Emissionen.